Farewell, Apple

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Ich bin langsam und loyal. Wäre ich beides nicht, hätte ich bereits nach dem ersten deutlichen Signal von Apple im Jahr 2010, dass man keine professionellen Kunden mehr haben möchte, begonnen, mich von der Plattform zu verabschieden. Einer Plattform, deren begeisterter Nutzer und Kunde ich nun seit fast 20 Jahren bin.

Was geschah im November 2010? Damals sickerte durch, dass das Unternehmen keine Server für IT-Schränke mehr anbieten wird. Vorlaufzeit für Kunden um letzte Bestellungen zu tätigen: zwei Monate. Wer weiß, wie langsam Entscheidungen in diesem Umfeld getroffen werden, kann einschätzen, was für ein Affront dieser lächerlich kurze Zeitraum gegenüber Unternehmenskunden war. Es war just in dieser Zeit, als das Unternehmen, in dem ich arbeitete, seinen Kunden Serverlösungen auf Basis von MacOSX verkaufte. Wir starrten uns an wie kleine Kälber auf dem Weg in den Schlachter-Lkw.

Das Selbstbewusstsein, ein gut zahlendes und loyales Kundensegment einfach vor den Kopf zu stoßen und abzusägen, hätte ich Apple bis zum 5. November nicht zugetraut. In der Zeit danach begann ich aufzuzeichnen, welche Entwicklungen an den Produkten ablesbar machen könnten, wo Apple seine Zukunft sieht – und genauer zu beobachten, ob sich diese Ziele mit meinen privaten und beruflichen noch decken. Dabei kam folgende Liste heraus, die eine bunte Mischung aus emotionalen und technischen Themen darstellt, die mich immer weiter von Apple entfernt haben:

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Adobe – ein Unternehmen auf Crystal Meth

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In den letzten Tagen überschlagen sich die Ereignisse in der Publishing-Branche. Während in den Fachforen und -medien noch gerätselt wurde ob man die kommende Creative Suite 7 wie bisher als Nutzungslizenz wird kaufen können, schaffte Adobe Tatsachen und ließ verlauten, dass es künftig nur noch die Creative Cloud geben wird.

Es dauerte ein wenig, bis die ersten Reaktionen auf diese Ankündigung in den Kommentaren zu den jeweiligen Pressebeiträgen wieder nach vorne schwappten. Grundtenor: „Soll ich jetzt noch schnell meine Lizenzen auf CS6 hochziehen?“

Diese Frage kann man ebenfalls schon beantworten: Nein. Denn Adobe hat die Suites komplett aus seinem Shop genommen.

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Meine Zeitung

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Man wird ja noch träumen dürfen.

Nachdem nun mit der Frankfurter Rundschau eine große Tageszeitung in die Insolvenz gegangen ist, hebt wieder das große Wehklagen über das Zeitungs-, Verlags- und Print- und Sonstwassterben an. Doch ich frage mich: Was ist mit „Zeitungssterben“ eigentlich gemeint?

Ich verstehe unter „Zeitungssterben“ das Verschwinden von Informationsangeboten, die sich an ihren Lesern vorbeientwickelt haben. Dass dieses Verschwinden auch etwas mit dem Bedrucken von Papier auf sehr großen Maschinen zu tun hat, spielt in dem, was ich hier schildere, durchaus eine Rolle – ist aber nicht das eigentliche Thema. „Meine Zeitung“ weiterlesen

Wird Apple mich im Herbst 2013 als Kunden verlieren?

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Apple – quo vadis?

Wie ich zu Apple kam

Die Computer von Apple haben mich stets sehr fasziniert. Meine Apple-Geschichte begann, indirekt, mit dem Apple ][, den ich in den 80er Jahren über die sporadische Lektüre des BYTE-Magazins kennenlernte. Während ich selbst mit einem sehr gut ausgestatteten C64 spielen durfte, war doch über die Lektüre von BYTE klar erkennbar, welche unglaublichen Dinge man mit dieser wahren Profi-Maschine von Apple erledigen konnte. Nur; so ein Gerät kostete locker nochmals das Doppelte des ohnehin unglaublich teuren 64ers. Unerreichbar.

Apple wurde erstmals für mich „greifbar“ – in dem Sinne, dass meine Finger einen Rechner berühren konnten – als der Macintosh vorgestellt wurde. Details dazu finden Sie in meinem Beitrag über die Steve Jobs Biographie. Doch auch der Mac löste das Problem der Erreichbarkeit nicht – 10.000 Mark waren nochmals gut doppelt so viel wie für den Apple ][.

Meine eigene Apple-Geschichte beginnt dann im Jahr 1988, als ich, Schülerpraktikant in einer Frankfurter Werbeagentur, erstmals an einem Würfelmac eine Präsentation für Kraft Käsesauce bauen durfte. In der gleichen Agentur bekamen die Texter sogar mit Farbmonitoren ausgestattete Macintosh II-Rechner. Welch’ Vergeudung …

Im Jahr 1994 schließlich prüfte ich, ob ich mein Studium abbreche um in der Druckbranche zu arbeiten. In jenem Jahr brachte Apple die PowerPC-Macs heraus, die wesentlich leistungsfähiger und besser zu bedienen waren als vergleichbare Windows-Rechner. Und mit dem Auftreten des FDIV-Bugs hatte ich endgültig keine Lust mehr auf Intel.

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Her mit dem HTML-RIP!

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Rettet Print – entwickelt einen OpenSource HTML-RIP!

Ich habe diesen Blog ins Leben gerufen, weil ich das Gefühl hatte, dass Print im werblichen Umfeld als starr und wenig innovativ wahrgenommen wird. Dem wollte ich entgegenwirken und zeigen, dass diese Sicht falsch ist, dass Print spannend ist; auch und gerade in einer immer stärker auf elektronische Medien ausgerichteten Welt.

Doch heute muss ich feststellen: Print wird in der Bedeutungslosigkeit versinken, weil die herausragenden Unternehmen und Personen in diesem Umfeld darauf beharren, dass Drucken eine Wissenschaft ist; dass, wer drucken will, Dutzende von Voraussetzungen erfüllen muss.

Weder die Unternehmen, die mit ihren Workflowsystemen, ihrer Anwendungssoftware und dem Dongleformat PDF ihr Geld verdienen, noch die Gallionsfiguren des Printumfeldes sind gewillt anzuerkennen, dass die Welt sich weiter dreht, dass Print seine Rolle als Leitmedium in der Publikationsbranche bereits verloren hat. Die Kuh PDF wird gemolken bis sie totgelutscht ist.

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Give us an HTML RIP!

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Save print—develop an OpenSource HTML RIP!

I’ve started this blog because I felt the advertising community looked at print becoming increasingly old-fashioned and lacking innovation. I wanted to counter that view by showing that print is fascinating; especially taking into account that the world around the press is becoming more and more “electronic”.

But today I have to state: Print will become redundant, because key players in print just won’t let go of the attitude that printing is a science. That, if you want to take part in that process, you have to comply to a multitude of requirements.

Neither the companies who benefit from selling software and workflow systems dongled by PDF, nor the key people in the industry seem to be acknowledging that the world has kept turning over the past 20 years, that print already has lost its momentum as the prime publishing platform. The big players milk the cash cow PDF until it’s clinically dead.

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Print-Tektonik

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Was haben Autos und Druckmaschinen gemeinsam?

Ich neige sonst nicht zu solchen Vergleichen; aber im Bereich „Print“ ist es offenbar höchste Zeit, das zu tun. Hintergrund:

Gestern hat pdfxready.ch seinen aktuellen „Leitfaden“ in der Version 2 revidiert bereitgestellt – und dabei den bisher enthaltenen Vorschlagsweg, wie RGB-Daten zur Produktion genutzt werden können, entfernt. Offenbar schämt man sich ein bisschen – erläutert wird das nirgendwo.

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Tutorial: Briefbogen von InDesign nach Word überführen

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Designer von Geschäftsausstattungen hören oft: „Ich brauche den Briefbogen aber in Word!“ – und unmittelbar verdüstert sich die Miene des Kreativen und wilde Stürme, in denen viel „Aaargh!“, „Stöhn“ und vor allem „NEEEEEIIIIINNN“ vorkommen, setzen im Hirn des Gestalters ein.

Dafür gibt es aber gar keinen Grund.

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drupa 2012

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Ich möchte gar nicht viel zur drupa schreiben, denn das dürfte anderswo reichlich und fundiert passieren. Aber ich sollte wohl meine Eindrücke schildern; wo sehe ich die Trends, wo scheiden sich Vergangenheit und Zukunft.

Seit ich mich mit Print beschäftige, nimmt auf dieser Messe die Bedeutung des „Schwermetalls“ kontinuierlich ab – und gleichzeitig bekommen Dienstleistung und Software immer mehr Drehmoment. Dieser Trend wird weiterhin anhalten:

Digitalmaschinen mit ihren Fähigkeiten zur totalen Personalisierung werden konventionelle Maschinen in sämtlichen Anwendungen bis zu mittleren 5-stelligen Auflagen ablösen. Denn es ist nicht sinnvoll, klassische Produkte auf ungeeigneten und komplexen Wegen zu erzeugen. Daneben bleiben Nischen für alles Mögliche, klar. Aber nicht für die Masse.

Kleiner Ausblick:

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