Ausgelöst durch einen Artikel auf Spiegel Online habe ich heute — zugegebenermaßen verwundert — feststellen müssen, dass eine Befürchtung, die ich im Dialog mit @pimbeam im Juni geäußert habe, schneller als gedacht Realität wird. Damals ging es mir primär um einen technischen Aspekt — dass Verlage meiner Ansicht nach zu wenig tun, um sich aus Sicht der Autoren und Leser als notwendige Angelpunkte bei der Veröffentlichung darzustellen.
Kategorie: Archiv
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift c’t (Heft 22, 2011, S.184–185) unternimmt der Autor Jörg Wirtgen einen Ausflug, der die Gedanken und Umsetzungstipps aus meinem Farbmanagement-Tutorial von 08/2010 quasi tagesaktuell in die Welt der Browser transferiert. Und dabei den Blickwinkel eines ambitionierten Fotografen einnimmt:
Leider bin ich nur zufällig darüber gestolpert – eine deutlich wahrnehmbare offizielle Information von Heidelberg wäre wünschenswert gewesen:
In verschiedenen Tweets von US-Anwendern wurde vergangene Woche auf eine Pressemitteilung von Pageflex in den USA gelinkt, die endlich einmal ein so gewaltiges Potential birgt, dass die Heidelberger sich vielleicht doch noch am eigenen Schopf aus dem sprichwörtlichen Sumpf ziehen könnten, in dem sie derzeit bis zur „Oberkante Unterlippe“ stecken:
Heidelberg hat die Web-to-Print Lösung von Pageflex für den weltweiten OEM-Einsatz lizensiert und will das System als Modul in seinen Prinect-Workflow integrieren.
Der Zweck heidelt die Berge?
Wie die Heidelberger Druckmaschinen AG mit Volldampf auf das Ende der bekannten Welt zuhält
Zwei Pressemeldungen mit Datum vom 9. Juni 2011 haben mich zu diesem Beitrag verleitet.
Meldung Nummer 1 hat mich erstmals seit etwas längerer Zeit wieder auf die Website von Heidelberg geführt: „Bevorstehende Veränderungen im Aufsichtsrat von Heidelberger Druckmaschinen.“ Daran angefügt ein bit.ly-Link (wir wollen alle unseren Erfolg messen … Authentizität geht in diesem Umfeld allerdings anders) zur entsprechenden PM auf der Heidelberg-Seite.
Dort war und ist dann zu lesen, dass bald mehrere sehr alte Männer im Aufsichtsrat des Unternehmens gegen ein paar nicht ganz so alte Männer ausgetauscht werden. Und mein erster Gedanke war: „Nä!“
Weil ich gerade mal wieder über die Problematik stolpere: in einer klassischen Druckvorstufe liegen zur Bearbeitung von Kundendaten oft sehr viele Schriften vor. Doch welche davon wählen, um die Ausgabe anzustoßen?
Ich habe eine Reihenfolge, an der ich mich orientiere, wenn sehr viele gleichartige Schriften im Zugriff sind:
- OpenType (PS-based)
- OpenType (TrueType-based)
- Type 1 (Postscript)
- TrueType
Es hängt natürlich noch von weiteren Faktoren ab, welche Schriften schließlich genutzt werden sollten (Sprachen, Sonderzeichen, Einschränkungen in der Workflow-internen Weiterverarbeitung). Da offene Daten aber gerne mal viele Jahre „liegen“, bevorzuge ich es, den jeweils aktuellen Stand der Technik in meinen Dokumenten zu nutzen und dann zu sichern. Die anschließende Kontrolle aller Textläufe ist ohnehin unumgänglich.
Meist scheuen sich die Operatoren, andere als die „Kundenschriften“ einzusetzen. Interessanterweise auch dann, wenn die erkennbarerweise keinen blassen Schimmer hatten, was sie da tun und ein wüstes und gefährliches Sammelsurium von unterschiedlichsten Fonts in einem Dokument hinterlassen haben.
Darum merke: lieber Schriften in einem Dokument auf aktuellem Niveau konsolidieren, als in Zukunft vor einem unlösbaren Problem zu stehen. Beraten Sie Ihre Kunden!
Der MediaMarkt scheint sehr bemüht zu sein, mir immer neue Muster für klassische Druckvorstufen-Verfehlungen liefern zu wollen. Dankeschön dafür!
Als Beilage zur heutigen Tageszeitung fand ich einen Mehrseiter, der im schummrigen Frühstückslicht erst einmal nicht weiter auffällig war. Nach einiger Zeit musste ich dann doch etwas genauer hinschauen:

Da hat was mit dem OPI nicht funktioniert: sämtliches Bildmaterial wurde von Grob- und nicht Feindaten gedruckt. Ei, ei, ei …
Ärgerlich, sowas.
Eine Mitteilung auf print.de hat mich darauf aufmerksam gemacht: ver.di wünscht sich für die Arbeitnehmer in der Druckindustrie 5,5% Aufschlag. Darüber hinaus werden eine Reihe von mehr oder weniger klassischen Forderungen ergänzt; Erhalt der 35-Stunde-Woche; gleicher Lohn für Leiharbeiter etc.
Mein erster Gedanke war: da haben sich die beiden Richtigen getroffen.
Auf der einen Seite steht ein jammernder BVDM, den ich kürzlich mit einem Kommentar zu seiner Pressemitteilung bedacht habe, in der er ein überaus rückwärtsorientiertes Bild der Welt zeichnete. Jetzt legt also ver.di in gleicher Qualität auf der anderen Seite nach. Nun denn.
In Anbetracht der Tatsache, dass „Print“ sich in der Tat dringend und großflächig neu erfinden müsste, wären beide Parteien besser beraten, sich von alten Mustern zu lösen und gemeinsam – die Interessen (!) ihrer jeweiligen Mitglieder vertretend – an zukunftsorientierten und beidseitig motivierenden (!) Modellen zu arbeiten, statt in mir Bilder von haselnusshirnigen Dinosauriern zu wecken, die sich noch über den Globus jagen, während der Meteoritenstaub bereits seit Monaten den Himmel verdunkelt.
Ist das anstrengend und langweilig.
Wacht auf, Verdammte dieser Erde …
Lapsus in der „Motor Klassik“
Dieser Tage hat sich die Zeitschrift „Motor Klassik“ aus dem Stuttgarter Haus „Motor Presse“ eine umfassende Frischzellenkur gegönnt:
Neben einem kompletten Redesign der Zeitschrift kam nun auch noch ein überarbeiteter Internetauftritt dazu. Beides hat mich, als langjähriger Konsument der Motor Klassik, leider nicht überzeugen können. Aber vielleicht werde ich langsam zu alt; steckt mir doch noch das letzte Redesign der Monatsschrift in den Knochen – das ich damals sehr gelungen fand.
Forum gestartet – Mitgestaltung erwünscht!
Über das Wochenende habe ich ein Forum eingerichtet. Der Grund dafür: über die letzten Wochen hinweg habe ich den Eindruck gewonnen, dass es zuwenig öffentlichen Raum für Diskussionen rund um Print in einer vernetzten Welt gibt.
Druckindustrie = Jammertal?
Ein Kommentar zur Pressemeldung des bvdm vom 19.01.2011
Aktuell hat der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) der Welt eine Pressemitteilung geschenkt, die ich wegen ihres leidenden und rückwärtsgewandten Grundtenors an dieser Stelle kommentieren muss (sonst leide ich).
Ich kann die Motivation des bvdm verstehen, die üblichen Duftmarken im Vorfeld von Tarifverhandlungen abzusetzen. Doch nachdem ich das nun seit einigen Jahren verfolge, ermüden mich die begleitenden Aussagen zunehmend.
Adobe Project Rome
Im November 2010 hat Adobe die öffentliche Testphase von „Project Rome“ (PR) begonnen. Damit ist eine interessante Gestaltungs- und Entwicklungsumgebung live gegangen, mit der man – während der Testphase kostenfrei – den vollen Funktionsumfang eines hochintegrierten Pakets zur Content-Erzeugung nutzen kann.
Update: Adobe stellt Project Rome wieder ein … crazy! [mehr unten]
Kürzlich bin ich in der aktuellen Ausgabe der „Publishing Praxis“ (9/10-2010; zu beziehen über print.de) auf einen Infokasten (Seite 23) gestoßen, in dem etwas außerordentlich Wertvolles steckte:
Auf der Seite colormanagement.org von Herrn Koch (basICColor GmbH) findet sich ein „verstecktes“ Testbild, das überaus anschaulich illustriert, ob man an seinem Rechner farbkritische Bildbearbeitung durchführen sollte – oder besser nicht.

