Altona Test Suite 2.0

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Dieser Artikel ist in der Print-Ausgabe des österreichischen 4C-Magazins erschienen

Jeder in der Printbranche kennt sie; zumindest dem Namen nach. Und kürzlich wurde sie aktualisiert – die Altona Test Suite. Aber weshalb ist sie eigentlich in aller Munde? Und warum ist sie so wichtig?

Hält man das Paket in Händen, verfügt man über eine umfassende und allgemein anerkannte Referenz dafür, was Print heute im Umgang mit Farbe, Transparenzen im Hinblick auf zuverlässige Ausgabewege kann. Die „Altona“ liefert einen Fixpunkt, an dem man seine Arbeit und seine Ergebnisse messen kann; sie ist ein echter Fels in der Brandung – besonders in bewegten Zeiten.

Was?

Das Paket enthält eine umfassende, zweisprachige Anleitung, eine DVD mit allen in der Dokumentation beschriebenen Datensätzen – leider ein Anachronismus, denn ein USB-Stick wäre hilfreicher, gerade für Mac-Anwender – sowie eine Reihe von Umschlägen, die Referenzdrucke aller Datensätze enthalten.

Wer?

Aufgelegt wird die Altona von einem echten „Who is Who“ der Print-Branche. Wer immer sich mit Ausgabe, PDF, Datenerzeugung und Farbmanagement beschäftigt oder beschäftigen muss, sollte wissen, welche Punkte die Testsuite abdeckt und wie man den besten Nutzen aus ihr ziehen kann.

Wie?

Am schnellsten zeigt sich der direkten Nutzen der Altona Testsuite, wenn man die enthaltenen Standardformen im PDF-Format direkt auf einen PDF- oder Postscript-fähigen Laserdrucker wirft und schaut, was passiert:

Dieser Druck stammt von einem aktuellen Canon-Farblaser mit vorgeschaltetem EFI-RIP – man könnte erwarten, dass die Ergebnisse weniger fehlerhaft wären. Bei eingehender Prüfung wird man feststellen, dass kein einziges Prüffeld vollständig korrekt ausgegeben wird.
Dieser Druck stammt von einem aktuellen Canon-Farblaser mit vorgeschaltetem EFI-RIP – man könnte erwarten, dass die Ergebnisse weniger fehlerhaft wären. Bei eingehender Prüfung wird man feststellen, dass kein einziges Prüffeld vollständig korrekt ausgegeben wird.

Der Nutzen

Das Gesamtpaket liefert vor allem eines: Sicherheit, wo die eigenen Ergebnisse einzuordnen sind. Der Schlüssel dazu sind die Referenzdrucke. Denn sie zeigen, was ein korrekt eingestellter Workflow am Ende aufs Papier bringen sollte. Weichen die eigenen Ergebnisse davon visuell oder gar inhaltlich ab, hat man Probleme bei der Datenbearbeitung, die man kennen und lösen sollte.

Da die „Altona“ einen allgemein anerkannten Standard darstellt, kann man sich stets darauf berufen, dass das Produkt am Ende der Ausgabekette möglichst fehlerfrei den Referenzen entsprechen sollte. Ein Lösungsanbieter muss immer in der Lage sein, aufgetretene Abweichungen schlüssig zu erklären. Besser noch: er sollte sie schnellstmöglich beseitigen.

Über die Vielzahl der Testfelder und –bilder hinweg zeigt sich schnell, ob die eigenen Ausgabewege besondere Problematiken beim Überdrucken, dem Handling von Sonderfarben, Transparenzen oder komplexen (Text-)Objekten hat – man findet deutlich schneller heraus, wo es klemmt als würde man mühselig versuchen, das „zu Fuß“ zu ergründen. Darüber hinaus hat man über den Einsatz der Altona gegenüber einem Lieferanten ein verlässliches Bezugssystem definiert, in dem der aufgetretene Fehler gut reproduzierbar – und damit lösbar – wird.

Die auf der mitgelieferten DVD enthaltenen Referenzdaten sind für alle Anwendergruppen nutzbar und aussagekräftig. Für Druckunternehmer ebenso wie für Vorstufenunternehmen mit eigenem Kontraktproofer oder Werbeagenturen, die prüfen wollen, ob ihre Ausgabe- und Verarbeitungswege tatsächlich fehlerfrei arbeiten: Man sollte es wissen, ob die eigenen Abläufe angelieferte Daten vielleicht „kaputtrechnen“.

Hilfreich ist es auch, anhand der Referenzdrucke zu sehen, was die verschiedenen Druckverfahren aus dem Ausgangs-Bildmaterial machen. Man hat sonst kaum eine Gelegenheit, unter so kontrollierten Bedingungen entstandene Referenzen direkt vergleichen zu können – bis hin zur Gegenüberstellung von konventionellen und frequenzmodulierten Rastern.

Vergleicht man diese mitgelieferten Drucke eingehend, stellt man fest, worin der tiefere Nutzen einer professionellen Aufbereitung von Bildern liegt: Man kommt im die Lage, auch über sehr unterschiedliche Bedruckstoffe hinweg eine gleichförmige Wiedergabe der Motive zu erzielen. Auch und gerade, wenn die Zeichnung in den Lichtern und Tiefen der vier Farbauszüge eine besondere Rolle spielt. Wer also für verschiedenste Druckverfahren Bildmaterial aufbereiten muss, findet in den mitgelieferten Referenzdrucken der Testbilder eine schöne Demonstration der aktuellen technischen Möglichkeiten.

Fazit

Mit der Altona Testsuite 2.0 erhält man einen breiten Fächer von Prüfmöglichkeiten, anhand derer man sich zuverlässig orientieren kann, wie sicher und zuverlässig das eigene Datenhandling und die vorhandenen Ausgabegeräte sind. Zudem bekommt man gesicherte Beispiele in die Hand, an deren Muster man weniger geschulten Kunden aufzeigen kann, welche Motive und Produktionswege gegebenenfalls kritisch oder in bestimmten Situation sogar ungeeignet sind. Gerade für jene Gesprächspartner, die besser auf visuelle und haptische Reize als auf technische Erklärungen reagieren, stellt die Altona ein außerordentlich gutes Hilfsmittel dar, um Zusammenhänge besser verdeutlichen zu können. Und das mit einem „Absenderkreis“ dem man kaum vorwerfen kann, sein Handwerk nicht zu verstehen.

Vergleich der Referenzdrucke von Fogra 39L und Fogra 40.
Vergleich der Referenzdrucke von Fogra 39L und Fogra 40.

Hersteller/Lieferant

Bundesverband Druck und Medien e.V., Berlin

Unter Mitarbeit der European Color Initiative (ECI) und der Forschungsgesellschaft Druck (FOGRA)

Links

http://www.altonatestsuite.com

Preis

498 Euro zzgl. MwSt

Mitglieder der Druckverbände und ähnlicher Organisationen zahlen netto 289 Euro – die Nachfrage lohnt sich immer!

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