Wie gehen Sie mit Initiativbewerbungen um?

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Als konsequenter Durchblätterer der Samstagsausgabe der örtlichen Tageszeitung ging mir gerade bei den Stellenanzeigen etwas durch den Kopf:

Wie selten es Unternehmen verstehen, in angenehmer Weise mit Bewerbern umzugehen, die sich auf die teuren Stellenanzeigen hin aufraffen und gerne in Kontakt kommen möchten.

Im Laufe meiner Berufstätigkeit habe ich immer wieder Bewerbungen abgesetzt. Oft genug, ohne ernstlich wechseln zu wollen. Sondern weil ich das Gefühl hatte, dass ich „gut passen“ würde. Das sollte das betreffende Unternehmen wissen! Und dann habe ich zum Teil äußerst aufwändige Bewerbungen gebastelt; quasi als „Machbarkeitsstudie“. Schließlich bin ich im Kern ein DTPler und zeige gerne, was ich kann. Das waren entweder Initiativbewerbungen oder solche, die durch Anzeigen von interessanten Unternehmen ausgelöst waren. „Wir suchen die Besten!“, „Es ist klasse, bei uns zu arbeiten!“

Doch auf meine aufwändigen Bewerbungen kamen meist nur äußerst langweilige und überwiegend ablehnende Standardschreiben zurück. Also habe ich diese Zeitverschwendung irgendwann eingestellt.

Ergebnis: die Anzahl der Unternehmen, die ich über die Jahre hinweg noch als interessant empfunden habe, hat rapide abgenommen.

Warum fällt es Unternehmen so schwer zu begreifen, dass sie nur dann für Bewerber interessant sind, wenn sie sich mit der gleichen Verve als Arbeitgeber präsentieren, wie sie das von den Bewerbern erwarten? Welche Geisteshaltung steckt hinter den standardisierten Absagen?

Nur, weil viel Geld für die Anzeige ausgegeben wurde, ist das Buhlen um geeignete Bewerber nicht beendet! Oft scheint man sich aber mit der Erstellung des Anzeigentextes derart verausgabt zu haben, dass die Kraft für ein Gespräch mit dem Bewerber nicht mehr ausreicht.

Wie gesagt; ich rede hier nicht über den 3-Zeiler-Klopapier-Anschrieb, sondern ich spreche von qualifizierten Leuten, die gut vernetzt sind und über ihre mäßigen Bewerbungserfahrungen mit Ihrem Unternehmen berichten können.

Think about it, „Human Resources“.

Und hört auf, euch zu wundern, dass sich nur „komische“ Leute bei euch bewerben. Ihr habt über Jahre hinweg daran gearbeitet, dass es so ist.  

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