Ein Gedanke zwischendurch … (2)

Jetzt ist er mal wieder vorbei; einer dieser Apple-Events, auf denen es primär um die Musik-orientierten Angebote von Apple geht. Wie üblich schwanken im Nachgang die Stimmungen. Die einen befürchteten, dass der klassische iPod verschwindet (noch ist er da), den anderen sagen die vorgestellten Dinge wenig oder viel. Auch das; wie gehabt.

Was ich aber erstaunlich finde:

Apple stellt ein 99$-Kistchen vor (das in Deutschland, wie immer, etwas teurer ist), mit dem man offenbar entschlossenen Schrittes in die Wohnzimmer der Normalmenschen eindringt. Und da man, auch Apple-typisch, die einfache Bedienung in den Vordergrund gestellt hat, kann das sogar funktionieren. Eine kleine, unscheinbare Apparatur, die völlig hinter den per Streaming ausgelieferten Inhalten verschwindet – das neue AppleTV.

Mit höchstem technischen Aufwand betreibt Apple eine umfangreiche Maschinerie um dieses scheinbar simple Produkt zu einem überzeugenden Eindringen in das Wohnzimmer der „Normalos“ zu nutzen. Was ist eigentlich alles notwendig, damit das klappt, klappen kann?

Apple muss Software-Entwicklung beherrschen, muss Usability im Griff haben. Dann ein lautloses Gerät mit HD-Fähigkeiten in Zigarettenschachtelformat liefern. Auf der Gegenseite muss eine ganz beträchtliche Serverfarm stehen, die in der Lage ist, die ausschließliche Leih-Politik hinter den Inhalten bereitstellen zu können. Und das zum Start nicht nur in den USA sondern auch hier, in Europa. Wow.

Nebenbei kann man dann noch mit Desktop- und Serverrechnern die ganze Bandbreite bis hin zur Content-Generierung bedienen; Mac Pro, XServe und FinalCutServer lassen grüßen. Dann legen wir den Studios und Plattenfirmen noch ein bisschen die Daumenschrauben an und fragen sie, ob sie lieber mitspielen oder sterben möchten. Internetanbindung ist eh‘ kein Thema, logisch. Und was angebunden wird, bestimmt erstmal nur Apple. Auch klar.

Es gibt einige Player in diesem Markt, die seit heute in heller Panik sein müssten, was Apple in den letzten Jahren auf die Beine gestellt hat. Und alles mit dem Ergebnis, nun ein kleines schwarzes Kistchen, das all die feinen HD-Fernseher mit passenden, hochqualitativen Inhalten versorgen kann, auf den Markt zu bringen. Nutzbar ganz ohne Abitur und IT-Gehirn.

Respekt, Apple.

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